Aktuelles aus Sportdeutschland

Zwischen Förderung und Selektion: Herausforderungen für Bundestrainer*innen

Ob die Wahl eines Torhüters in der Fußball-Nationalmannschaft oder bei der Zusammenstellung eines Olympia-Teams: Bundestrainer*innen treffen regelmäßig Entscheidungen, die großen Einfluss auf die Karriere von Athlet*innen haben. Mit diesen Herausforderungen beschäftigten sich rund 70 Bundestrainer*innen bei der diesjährigen Bundestrainer*innenkonferenz vom 3. bis 4. November 2026 in der Sportschule Wedau in Duisburg. Unter dem Leitthema „Leistung gemeinsam entwickeln: Wissen, Wirken, Weiterkommen“ standen insbesondere Selektions- und Nominierungsentscheidungen im Mittelpunkt.

Plattform für Weiterentwicklung und Wertschätzung

Die Bundestrainer*innenkonferenz wurde im vergangenen Jahr strategisch neu aufgestellt und als eigenständiges Format etabliert. Seither steht sie stärker im Zeichen der Trainer*innenentwicklung und greift jährlich ein für die Zielgruppe relevantes Schwerpunktthema auf. Nach dem Fokus auf Selbstreflexion im vergangenen Jahr standen diesmal Selektions- und Nominierungsentscheidungen im Mittelpunkt.

„Mit unserer jährlichen Bundestrainer*innenkonferenz bieten wir eine fachliche Informations- und Austauschplattform und gleichzeitig wollen wir den Stellenwert und die Wertschätzung der Bundestrainer*innen herausstellen“, betonte DOSB-Vorstand Leistungssport Olaf Tabor, der ebenfalls vor Ort war. Die Konferenz ist Teil einer langfristigen Entwicklung, mit der die Rolle der Trainer*innen im deutschen Leistungssport gestärkt werden soll. Dazu gehören neben fachlichen Entwicklungsangeboten auch bessere Rahmenbedingungen. „Mithilfe der Traineroffensive, die wir mit der Politik umsetzen werden, sollen sich die Rahmenbedingungen für die Trainer*innen und Bundestrainer*innen verbessern. Ein erster Schritt ist die Erhöhung der Vergütungen bundesfinanzierter Trainer*innen ab 2027", sagte Tabor. 

Lacrosse in Deutschland: Fuß fassen in der neuen Welt

Für einen, dessen großer Traum von einer Teilnahme an Olympischen Sommerspielen schon in einer Woche ausgeträumt sein könnte, hinterlässt Hannes Weisbecker einen sehr aufgeräumten und gelassenen Eindruck, und das hat einen Grund: Vertrauen in diejenigen, für die er seit zwei Jahren einen bedeutenden Teil seiner Lebenszeit investiert. „Ich bin überzeugt davon, dass wir das Potenzial haben, uns für die WM zu qualifizieren“, sagt der 34 Jahre alte Sportdirektor des Deutschen Lacrosse-Verbands (DLaxV), „und wenn wir diesen Schritt geschafft haben, ist alles möglich!“ Alles, das wäre in diesem Fall die Qualifikation für Los Angeles 2028, wo Lacrosse 120 Jahre nach der bislang letzten Olympiateilnahme ein Comeback feiert. Und Deutschland möchte bei diesem historischen Ereignis in Kalifornien mit Männern und Frauen an den Start gehen.

Voraussetzung dafür ist, dass bei den Europameisterschaften jeweils der Sprung unter die besten fünf gelingt. In der spanischen Stadt Salou, südwestlich von Barcelona an der Mittelmeerküste gelegen, läuft aktuell die Frauenkonkurrenz. Die vom Briten Kieran Pegrum-Milner trainierte deutsche Auswahl hat am Freitagmittag den Sprung ins Halbfinale mit einem 14:10-Viertelfinalsieg gegen Italien geschafft und sich damit das Ticket für die WM im Oktober 2027 in Colorado Springs (USA) gesichert). Dort werden die sechs Plätze für das olympische Turnier ausgespielt. Die Männer, die vom US-Amerikaner Peter De Santis betreut werden, starten dann am kommenden Dienstag in ihre kontinentalen Titelkämpfe. Auch hier gilt: Mindestens Platz fünf ist notwendig, um es zur WM zu schaffen.

Frauen lösen mit Halbfinaleinzug das Ticket für die WM 2027

Gespielt wird der von der indigenen Bevölkerung Nordamerikas erfundene Sport, in dem die Aktiven mittels eines speziellen Schlägers mit einem Netz an dessen Ende einen Hartgummiball im Tor des Gegners unterbringen müssen, in der für die Olympiarückkehr entwickelten Variante Sixes, bei der fünf – statt wie im traditionellen Feld-Lacrosse zehn – Feldspieler*innen plus Torhüter*in auf dem Feld stehen. „Als vor ungefähr zehn Jahren die Möglichkeit aufkam, dass Lacrosse wieder olympisch werden könnte, wurde Sixes als kompakteres, TV-kompatibleres Format angesehen, ähnlich wie im Rugby, wo bei Olympia auch nicht die traditionelle 15er-Variante gespielt wird, sondern 7er-Rugby“, erläutert Hannes Weisbecker. Bei den World Games 2022, den Weltspielen der nicht-olympischen Sportarten, in Birmingham (USA) wurde die Variante erstmals unter Wettkampfbedingungen getestet, im Oktober 2023 erfolgte dann die Wiederaufnahme ins olympische Programm.

Auf welchem Niveau Deutschland sich auf europäischem Niveau bewegt, war vor EM-Beginn eine Art Wundertüte. „Es ist das erste Mal, dass eine EM in der Sixes-Variante ausgetragen wird, deshalb konnten wir uns lediglich an den Testspielen orientieren, die wir bislang bestritten haben“, sagt Weisbecker. Dass weder Frauen noch Männer aktuell zu den Top sechs der Welt zählen, räumt der Sportdirektor ohne Umschweife ein. „Aber wir sind in den vergangenen Jahren große Schritte gegangen, um die Lücke zur Weltspitze zu schließen. Deshalb bin ich überzeugt davon, dass wir in der Lage sind, um die Olympiaqualifikation mitzukämpfen“, sagt er. Die USA und Kanada dominieren die drei unterschiedlichen Lacrosse-Disziplinen – neben Feld und Sixes kommt noch die Indoor-Variante Box-Lacrosse dazu – nach Belieben. Australien und Japan sind ebenfalls Großmächte. In Europa zählen neben Großbritannien und Irland auch Israel und Italien zu den Topnationen. Die letzteren beiden setzen in ihren Kadern fast komplett auf in den USA aufgewachsene und lebende Akteur*innen.

Athlet*innen unterstützen Olympiabewerbung mit Positionspapier

Die Athlet*innen in Deutschland stehen geschlossen hinter der Bewerbung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) um die Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele im Zeitraum 2036 bis 2044. Diese Geschlossenheit kommt in einem Positionspapier zum Ausdruck, das im Nachgang der Diskussionen auf der Athlet*innenvollversammlung (AVV) am 25. September in Baden-Baden erstellt wurde. „Uns als Gemeinschaft der Athletinnen und Athleten in Deutschland ist besonders wichtig, dass wir in den gesamten Prozess der Bewerbung eingebunden werden. Dass wir Input geben können, aber auch an Entscheidungen beteiligt werden, denn niemand weiß besser, was für die an Olympischen und Paralympischen Spielen Teilnehmenden wichtig ist, als die Sportlerinnen und Sportler“, sagt Hendrik Dombek.

Der Eisschnellläufer ist Mitglied der Athlet*innenkommission (AK) des DOSB und war intensiv in die Thematik eingebunden. „Wir wollen die verbindende Kraft des Sports nutzen und gemeinsam Verantwortung dafür übernehmen, was aus den Olympischen und Paralympischen Spielen in Deutschland entsteht. Es sollen Spiele für alle werden: für die Athlet*innen, ihre Familien und Wegbegleiter*innen, für Kinder und Jugendliche und für die gesamte Gesellschaft. Spiele, die Menschen zusammenbringen, das Land bewegen und weit über die Wettkampftage hinaus wirken“, zitiert der 29-Jährige den Schlusssatz des Positionspapiers, das hier zu finden ist. Ihn habe besonders gefreut, dass die Athlet*innen dabei nicht in erster Linie auf ihr eigenes Wohl blicken, sondern die nächste Generation in den Fokus nehmen, die bei möglichen Heimspielen in München die Aktiven stellen würde. „Wir sehen uns verpflichtet, für eine bessere Zukunft aller Athlet*innen zu kämpfen“, sagt Dombek.

Gemeinsam für zukunftsfähige Sportstätten

Sport und Bewegung benötigen geeignete Räume. Sporthallen, Sportplätze und Schwimmbäder bilden ebenso wie Parks und öffentlich zugängliche Natur- und Landschaftsräume die Grundlage dafür, dass Menschen Sport ausüben können. Ihre Qualität, Verfügbarkeit und Erreichbarkeit sind entscheidend für die Entwicklung der Sportvereine und dafür, wie viele Menschen Zugang zu Sport und Bewegung finden. 

Mit den Zielen für SPORTDEUTSCHLAND 2035 hat sich der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) gemeinsam mit seinen Mitgliedsorganisationen deshalb eine konkrete Marke gesetzt: In maximal 15 Minuten sollen Menschen ein modernes Sportangebot erreichen können. Moderne Sporträume sollen demnach gut erreichbar, sicher, barrierefrei, langfristig nutzbar und bedarfsgerecht gestaltet sein.

Einen wichtigen Rahmen dafür schafft die neue Kooperationsvereinbarung „Sport bewegt Kommunen“, die der DOSB gemeinsam mit dem Deutschen Städtetag, dem Deutschen Städte- und Gemeindebund und dem Deutschen Landkreistag unterzeichnet hat.

Ausgezeichnet! Fünf Neue für die Hall of Fame der Trainer*innen

Die Frage, wie sich Wertschätzung für herausragende Arbeit auch in Zeiten knapper Kassen ausdrücken lässt, beschäftigt Lothar Linz seit Jahren. Als Direktor der Trainerakademie des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) hat er mit seinem Team im vergangenen Jahr eine Antwort darauf gefunden, indem die Hall of Fame für Trainer*innen ins Leben gerufen wurde. In den Räumlichkeiten der Akademie in Köln sind deren Mitglieder seitdem auch in einer Ausstellung (Wall of Fame) greifbar. Und seit vergangenem Donnerstag ist die Ruhmeshalle um 50 Prozent größer. Zu den zehn Gründungsmitgliedern Steffi Nerius, Sabine Tschäge, Bernd Berkhahn, Heiner Brand, Hugo Budinger, Fritz Fischer, Ulrich Hartmann, Bernhard Peters, Lothar Ruch und Zlatan Siric-Bernhard wurden auf einem Festakt im Deutschen Sport & Olympia Museum in Köln fünf Neumitglieder aufgenommen.

Hermann Weinbuch (66) war 27 Jahre Bundestrainer der nordischen Kombinierer. In dieser Zeit gewannen seine Athleten 57 Medaillen bei Olympischen Spielen und Weltmeisterschaften. Isabell Sawade (47), Bundestrainerin für Rhythmische Sportgymnastik, ist maßgeblich für die Erfolge von Ausnahmeathletin Darja Varfolomeev mitverantwortlich. Bob-Bundestrainer René Spies (53) ist wie Weinbuch ein Medaillenschmied. Seine Athleten gewannen neun olympische Goldmedaillen, dazu 25 WM- und 29 EM-Titel. Als Beachvolleyball-Bundestrainer feierte Jürgen Wagner (70) große Erfolge. Er betreute die Olympiasieger-Duos Jonas Reckermann/Julius Brink sowie Laura Ludwig/Kira Walkenhorst und ist nun nicht nur in der Ruhmeshalle des internationalen Volleyballverbandes vertreten. Peter Frese (73) war von 2000 bis 2019 Präsident des Deutschen Judo-Bundes und zwölf Jahre Vorstandsmitglied der Trainerakademie, ist aber bis heute auch engagierter Trainer.

Heiß auf den nächsten Schritt: Eishockey-Frauen wollen ins WM-Halbfinale

Von den vielen schönen und nach und nach leider in Vergessenheit geratenden Adjektiven, die die deutsche Sprache hervorgebracht hat, gibt es eines, das Ronja Hark besonders treffend beschreibt: schnörkellos. Nicht nur auf dem Eis, wo die deutsche Nationalspielerin dank ihres herausragenden Stellungsspiels und ihrer zupackenden Physis eine wichtige Stütze der Abwehr ist, agiert sie ohne Umschweife. Auch beim Beantworten von Fragen kommt die 23-Jährige, frei nach dem Motto „Weniger ist mehr“, direkt auf den Punkt. Das ist angenehm, weil Themen dadurch an Klarheit gewinnen können. Und so ließe sich der Ausblick auf die anstehende Eishockey-WM der Frauen, die an diesem Freitag (6. November) in den dänischen Städten Herning und Esbjerg startet und mit dem Finale am 16. November in Herning endet, in einem einzigen Satz wie folgt zusammenfassen: Deutschland will zum zweiten Mal nach 2017 ins Halbfinale, jeder Gegner ist schlagbar und das erste Spiel ist bereits sehr entscheidend.

Wer nun glaubt, nicht mehr wissen zu müssen, könnte die Lektüre hier beenden. Was allerdings schade wäre, denn Ronja Hark, die in der Deutschen Frauen-Eishockey Liga (DFEL) für Serienmeister ECDC Memmingen Indians aufläuft, hat durchaus noch einiges mehr zu sagen. Das Selbstvertrauen, es nach dem Viertelfinalaus bei der WM 2025 in Tschechien und dem Ausscheiden aus dem olympischen Turnier im Februar in Mailand (Italien) ebenfalls in der Runde der letzten acht nun in Dänemark mindestens einen Schritt weiter schaffen zu können, speist sich in erster Linie aus der Stimmung, die sie im Team von Bundestrainer Jeff MacLeod ausgemacht hat. „Wir haben ein tolles Gefüge und sind super eingespielt, auch weil nach Olympia nur Anne Bartsch aufgehört hat“, sagt Ronja, „deshalb glaube ich, dass wir an einem Tag, an dem alles passt, auch die Topteams ärgern können.“

Auftakt gegen Österreich am Samstag

Dass es gegen solche in diesem Jahr schon in der Vorrunde geht, ist einer Änderung des Spielmodus zuzuschreiben. Nachdem bis dato bei Frauen-Weltmeisterschaften die beiden Vorrundengruppen nach der Weltranglistenposition angeordnet waren und alle Teams in Gruppe A automatisch für das Viertelfinale qualifiziert waren, hat der Weltverband IIHF zu diesen Titelkämpfen den Modus der Männer übernommen und die Gruppen ausgelost. Somit wartet nur 21 Stunden nach dem Auftaktmatch gegen Österreich am Samstag (19 Uhr) der Titelverteidiger, Olympiasieger und Weltranglistenerste USA (So., 15 Uhr) auf die DEB-Auswahl, die zudem noch gegen Tschechien (10. November, 15 Uhr) und die Schweiz (11. November, 15 Uhr) antritt, die als Dritter und Vierter der Weltrangliste ebenfalls vor dem Siebten Deutschland rangieren.

Gespielt wird die Gruppe A in Esbjerg. In Gruppe B treffen in Herning Gastgeber Dänemark, Kanada, Schweden, Finnland und Japan aufeinander. Die jeweils vier besten Teams erreichen das Viertelfinale, die beiden Gruppenletzten ermitteln den Absteiger in die Division 1. Russland, das nach einem Urteil des Internationalen Sportgerichtshofs CAS aus der vergangenen Woche bei der Männer-WM in Deutschland im Frühjahr 2027 wieder startberechtigt sein soll, ist bei dieser Frauen-WM noch nicht dabei. „Wir sind über die Thematik informiert worden, für uns ist das aber aktuell gar kein Thema“, sagt Ronja, die überzeugt davon ist, dass die Modusänderung gerade Teams wie dem deutschen neue Möglichkeiten eröffnet.

5:1-Sieg gegen Japan im WM-Test in Bremerhaven

„Mit einer guten Platzierung in der Gruppe können wir ein Viertelfinale gegen Kanada vermeiden, was die Chance aufs Halbfinale deutlich erhöhen würde“, sagt Ronja. Im alten Modus musste in der Regel der Sieg in Gruppe B her, um in der Runde der letzten acht den USA und Kanada aus dem Weg zu gehen, die alle bislang 23 ausgespielten WM-Titel unter sich aufteilten (Kanada führt 12:11). Nun könnten Siege über Österreich und die Schweiz dafür ausreichen. Wobei niemand im deutschen Team den Fehler macht, die entsprechenden Erfolge vorauszusetzen. „Mit Tschechien und der Schweiz können wir auf Augenhöhe mithalten. Umso wichtiger ist ein guter Start gegen Aufsteiger Österreich. Aber wir wissen noch von der Olympiaqualifikation, welche Qualitäten sie mitbringen. Das wird ein sehr schwieriges, aber auch schon sehr entscheidendes Spiel!“

Im Februar 2025 hatten sich die deutschen Frauen zum vierten Mal nach 2002, 2006 und 2014 für Olympische Spiele qualifiziert und dabei in Bremerhaven Österreich mit 2:0 bezwungen. An der Nordsee bestritt die Auswahl nun auch die unmittelbare Turniervorbereitung, schlug Japan in einem Testspiel am vergangenen Samstag mit 5:1. „Bremerhaven ist ein besonderer Ort für uns und hoffentlich ein gutes Omen für die WM“, sagt Ronja, die gegen die Asiatinnen zum 4:1 treffen konnte. Seit Sonntag ist die Mannschaft in Vojens, wo an diesem Dienstagabend (19 Uhr) die WM-Generalprobe gegen Gastgeber Dänemark ansteht. Am Mittwoch zieht der gesamte Tross dann zum Vorrundenspielort Esbjerg weiter.

Webinar: „Nachhaltige Sportveranstaltungen“ kompakt

Im Mittelpunkt steht das Webportal www.nachhaltige-sportveranstaltungen.de, das Veranstalterinnen und Veranstalter mit Informationen, Planungshilfen und konkreten Maßnahmen unterstützt.

Ob Mobilität, Klimaschutz, Ressourcenverbrauch oder soziale Aspekte: Bereits bei der Planung von Sportveranstaltungen lassen sich wichtige Weichen für mehr Nachhaltigkeit stellen. Im Webinar erfahren die Teilnehmenden, wie sie Nachhaltigkeitsaspekte systematisch in ihre Veranstaltungsplanung integrieren und das Webportal gezielt für die eigene Arbeit nutzen können.

Neben einer Einführung in das Portal mit seinen Nachhaltigkeitsstandards, Checklisten, Maßnahmenkatalogen und interaktiven Werkzeugen werden die einzelnen Schritte auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Sportveranstaltung vorgestellt. Von der Ausgangsanalyse über die Zielsetzung und Priorisierung bis zur Auswahl geeigneter Maßnahmen erhalten die Teilnehmenden konkrete Anregungen und Praxisbeispiele. Auch der Austausch zu individuellen Fragestellungen und Erfahrungen ist Teil des Webinars.

Termin und Anmeldung

Das Webinar richtet sich insbesondere an DOSB-Mitgliedsorganisationen und deren Untergliederungen. Angesprochen sind vor allem hauptamtlich Beschäftigte sowie interessierte Ehrenamtliche, die Sportveranstaltungen planen, organisieren oder begleiten.

Wann: Donnerstag, 3. Dezember 2026, von 10:00 bis 13:30 Uhr
Wo: Online via Microsoft Teams
Anmeldeschluss: 27. November 2026

Die Anmeldung erfolgt über das Online-Anmeldeformular. Interessierte können dabei angeben, welche Themenfelder des Webportals für ihre Arbeit besonders relevant sind. 
 
Der Einwahllink wird nach dem Anmeldeschluss versendet.

Zur Vorbereitung wird empfohlen, sich vorab auf dem Webportal „Nachhaltige Sportveranstaltungen“ zu registrieren und sich mit den Inhalten vertraut zu machen. So können eigene Fragen und Erfahrungen direkt in das Webinar eingebracht werden.
 
Das Projekt „Nachhaltige Sportgroßveranstaltungen in Deutschland“ wurde von 2022 bis 2024 zu gleichen Teilen durch das Bundesumweltministerium und das Bundesinnenministerium gefördert.

Historischer Moment in Dakar: Youth Olympic Games 2026 eröffnet

Unter dem Motto „Africa welcomes, Dakar celebrates“ feierte der Gastgeber Senegal gemeinsam mit jungen Athlet*innen aus aller Welt den Beginn der Olympischen Jugendspiele. Schauplatz der rund 90-minütigen Zeremonie war das Stade Abdoulaye Wade in Diamniadio, rund 30 Kilometer von Dakar entfernt. Nach Angaben der Organisatoren waren rund 1.100 Mitwirkende, darunter 700 Tänzerinnen, an der aufwendigen Inszenierung beteiligt.

DOSB-Präsident Thomas Weikert erlebte die Eröffnungsfeier im Stade Abdoulaye Wade in Diamniadio vor Ort: „Diese Eröffnungsfeier war ein besonderer und historischer Moment. Dass erstmals ein olympisches Event auf dem afrikanischen Kontinent stattfindet, ist weit über den Sport hinaus von Bedeutung. Unsere Team D Athlet*innen dürfen hier nicht nur ihre persönlichen sportlichen Ziele verfolgen, sondern auch erleben, wofür die olympische Idee steht. Fair Play, Respekt und Gemeinschaft sind Werte, die sie hier in Dakar durch die Offenheit und Gastfreundschaft des senegalesischen Volkes jeden Tag erleben. Ich wünsche dem gesamten Team D viel Erfolg, tolle Wettkämpfe und vor allem viele besondere Momente, die lange in Erinnerung bleiben werden.“

 

Jolina Reinhold und Filo Wüst tragen die deutsche Fahne

Am Samstag, 31. Oktober (ab 19.30 Uhr MEZ, live auf zdf.de), führen Jolina Reinhold und Filo Wüst das Team Deutschland als Fahnenträger*innen-Duo ins Stade Abdoulaye Wade in Diamniadio, knapp 30 Kilometer von Dakar entfernt. Für beide Nachwuchsathlet*innen wird der Einzug mit der deutschen Fahne zu einem der Höhepunkte ihrer Zeit in Dakar. 

Jens Christoph Pech, Chef de Mission des Team D bei Dakar 2026, sagt: „Die deutsche Fahne für Team D bei einer Eröffnungsfeier zu tragen, ist eine ganz besondere Ehre. Mit Jolina Reinhold und Filo Wüst haben wir zwei junge Athlet*innen ausgewählt, die mit ihren sportlichen Leistungen und ihrem Auftreten stellvertretend für unser gesamtes Team Deutschland stehen. Ich bin sicher, dass dieser Moment für beide unvergesslich sein wird, und wünsche ihnen, dass sie diese besondere Erfahrung in vollen Zügen genießen.“

Für Jolina Reinhold ist die Rolle keine ganz neue Erfahrung. Die 17-Jährige trug bereits im vergangenen Jahr beim European Youth Olympic Festival (EYOF) in Skopje 2025 die deutsche Fahne bei der Eröffnungsfeier und gewann dort anschließend die Goldmedaille. Inzwischen ist die Athletin des TSV Abensberg auch U18-Weltmeisterin. Anfang Oktober holte sie zudem Gold beim Junior European Cup in der Klasse bis 63 Kilogramm. In Dakar geht Jolina Reinhold nun erneut für Team Deutschland auf die Matte. Ihre Judo-Wettkämpfe finden am 2. November (ab 10.50 Uhr MEZ) statt.

„Wir feiern jede Medaille, aber wir zählen keine“

DOSB: In wenigen Tagen beginnen die Youth Olympic Games in Dakar. Worauf freust du dich persönlich am meisten, wenn du an die Spiele denkst?

Jens Christoph Pech: Schon bei der offiziellen Team D-Einkleidung Mitte Oktober war eine besondere Dynamik und große Vorfreude zu spüren. Wenn 50 junge Athlet*innen aus 17 Sportarten zusammenkommen und erstmals als ein Team auftreten, ist das etwas Besonderes. Mit Blick auf die Jugendspiele selbst kommt mit Senegal ein Gastgeber auf uns zu, wie wir ihn bei Olympischen Wettkämpfen bisher noch nicht erlebt haben. Die Gastfreundschaft, die Herzlichkeit und der gegenseitige Respekt sind schon jetzt deutlich spürbar. Darauf freue ich mich besonders. Ich bin mir sicher, dass diese Spiele für unsere jungen Athlet*innen, aber auch für die Betreuer*innen und das gesamte Team Deutschland ein ganz besonderes Erlebnis werden.

Dakar 2026 ist die erste olympische Veranstaltung auf dem afrikanischen Kontinent. Was macht diese Youth Olympic Games aus deiner Sicht besonders und was für Spiele erwartest du?

Wir haben bereits erlebt, wie groß der Stolz im Senegal und darüber hinaus ist, Gastgeber dieser Youth Olympic Games zu sein. Man spürt, dass Dakar 2026 nicht nur für Senegal eine enorme Bedeutung hat, sondern für ganz Afrika. Die Spiele werden als afrikanische Spiele gesehen.

Wir werden hier mit offenen Armen und einer großen Herzlichkeit empfangen. Gleichzeitig wird es sicherlich die eine oder andere organisatorische Herausforderung geben. Für uns als Teamleitung geht es deshalb darum, mögliche Unsicherheiten für die Athlet*innen von Beginn an aufzufangen und ihnen die notwendige Sicherheit und Leichtigkeit zu geben. Sie sollen sich auf ihren Sport und auf dieses besondere Erlebnis konzentrieren können. 

Team Deutschland reist mit 50 jungen Athlet*innen nach Dakar. Was macht dieses Team aus?

Vor allem seine Vielfalt. Von den 25 Sportarten bei den Youth Olympic Games ist Team Deutschland in 17 vertreten. Wir haben klassische olympische Sportarten dabei, aber auch neuere Disziplinen wie Coastal Rowing. Hinzu kommen nicht-olympische Sportarten wie Beachhandball, in denen wir traditionell sehr stark sind, sowie Wushu, mit dem wir als Team D bislang nur wenige Berührungspunkte hatten. Damit bildet unser Team eine große Bandbreite des Sports ab.

Unsere Athlet*innen sind zwischen 15 und 17 Jahre alt. Sie befinden sich damit in einer besonderen Phase ihrer sportlichen Entwicklung. Viele stehen im Leistungssport noch relativ am Anfang ihres Weges und haben vielleicht die Olympischen Spiele als großes Ziel vor Augen. In Dakar können viele von ihnen nun erstmals erleben, was es bedeutet, Teil eines großen internationalen Multisportevents und von Team Deutschland zu sein.

Deutschland setzt zum Hattrick an: Hallenradsport-WM in Ludwigsburg

Eigentlich hätten die Titelkämpfe bereits Mitte Oktober im britischen Derby stattfinden sollen. Die besten Hallenradsportler*innen der Welt hatten ihren Blick bereits auf England gerichtet, ehe die Weltmeisterschaft durch die kurzfristige Absage des britischen Veranstalters überraschend ohne Austragungsort dastand. Für German Cycling, den Dachverband des deutschen Radsports, war jedoch schnell klar: Die WM darf nicht ausfallen.

„Als wir von der Absage in Derby erfahren haben, war für uns klar, dass wir Verantwortung übernehmen wollen“, sagt Bernd Dankowski, Präsident von German Cycling. Mit Ludwigsburg wurde in kurzer Zeit ein neuer Gastgeber gefunden. Für Deutschland ist die Rolle als Ausrichter dabei keineswegs Neuland. Nach Bremen 2024 und Göppingen 2025 finden die Hallenradsport-Weltmeisterschaften bereits zum dritten Mal in Folge auf deutschem Boden statt.

Erfahrung, die sich nun auszahlt. Gemeinsam mit der Eventagentur 8action sowie dem städtischen Eigenbetrieb Tourismus & Events Ludwigsburg setzt German Cycling auf bewährte Partner bei der Organisation. „Wir freuen uns, gemeinsam mit German Cycling und der Stadt Ludwigsburg diese Weltmeisterschaften auszurichten. Unser Ziel ist es, den Sportlerinnen und Sportlern aber auch den Fans in der MHPArena drei Tage Hallenradsport auf höchstem Niveau zu ermöglichen“, sagt Jens Zimmermann, Geschäftsführer von 8action.

Sanieren, modernisieren, durchstarten: Jetzt Fördermittel für Sportstätten sichern

Sportvereine aufgepasst: Das Förderprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ (SKS) des Bundes steht bereit, um eure Kommunen bei der Sanierung von maroden Sportstätten finanziell zu unterstützen.

Am Montag, 26. Oktober, hat das zuständige Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) den Projektaufruf für das neue Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ gestartet.

Für den Projektaufruf 2026/2027 sind Mittel in Höhe von 333 Millionen Euro veranschlagt. Das Geld ist Teil der sogenannten Sportmilliarde und bereits die zweite Phase des Programms. Schon Ende 2025 konnten sich Kommunen mit ihren Projekten bewerben, im Frühjahr 2026 hatte der zuständige Haushaltsausschuss des Bundestages 314 Projekte ausgewählt, die eine Förderung erhalten.

Jetzt habt ihr erneut die Möglichkeit, über eure Kommunen Projekte einzureichen.

Wenn euer Verein also eine Sportstätte oder ein Vereinsheim nutzt oder besitzt, die dringend saniert werden sollte, dann meldet euch so bald wie möglich bei eurer Kommune, um den Projektantrag gemeinsam auf den Weg zu bringen.

Wir erklären euch, wie das geht.

Dominic Ullrich ist neuer Vorsitzender der Deutschen Sportjugend

Dominic Ullrich von der Deutschen Leichtathletik-Jugend übernimmt den Vorsitz des neuen dsj-Vorstands. Keren Vogler von der MAKKABI Deutschland Jugend wurde zur 2. Vorsitzenden gewählt. Die Delegierten der Mitgliedsorganisationen stellten damit die Weichen für die zukünftige Arbeit der dsj als Interessenvertretung der Kinder und Jugendlichen im organisierten Sport. 

Dominic Ullrich bringt langjährige Erfahrung aus der Kinder- und Jugendsportentwicklung sowie der Verbandsarbeit mit. Als Vorsitzender der Deutschen Leichtathletik-Jugend und durch seine Tätigkeit in verschiedenen sportpolitischen Gremien setzt er sich insbesondere für die Weiterentwicklung des Kinder- und Jugendsports, bessere Zugänge zu Bewegung und Sport sowie eine stärkere Zusammenarbeit innerhalb des organisierten Sports ein. In der neuen Wahlperiode soll es darum gehen, die Kräfte der Mitgliedsorganisationen zu bündeln, die sportpolitische Interessenvertretung weiterzuentwickeln und die Potenziale einer deutschen Bewerbung, um Olympische und Paralympische Spiele für den Kinder- und Jugendsport zu nutzen. 

„Ich möchte den Kinder- und Jugendsport strukturell stärken und Sport als ganzheitliches Bildungs- und Entwicklungsfeld weiter voranbringen. Dafür will ich ein junges, engagiertes Team einbinden und sportpolitische Netzwerke ausbauen, um die Interessen junger Menschen wirksam zu vertreten“, sagt Dominic Ullrich, neuer Vorsitzender der Deutschen Sportjugend.

Keren Vogler engagiert sich seit vielen Jahren bei MAKKABI Deutschland und in der Jugendverbandsarbeit. Ihre Schwerpunkte liegen unter anderem in der Jugendbildung und Jugendbeteiligung, im Schutz junger Menschen, in der Antidiskriminierungsarbeit sowie in der Demokratieförderung. Als 2. Vorsitzende möchte sie dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche den Sport nicht nur erleben, sondern aktiv mitgestalten können. Sichere Rahmenbedingungen, gleichberechtigte Teilhabe und eine klare Haltung gegen Diskriminierung und Gewalt sind dafür zentrale Voraussetzungen. 

Zu weiteren Vorstandsmitgliedern wählte die Vollversammlung Tom Faßhauer, Bayerische Sportjugend im BLSV e. V., Leandra Giannaki, Deutscher Fußball-Bund, Leandra Götz, Sportjugend Rheinland-Pfalz, Jannik Kiesel, Deutsche Schachjugend e. V. sowie Julian Lageman, Sportjugend Nordrhein-Westphalen. Sie bringen Erfahrungen und Perspektiven aus unterschiedlichen Bereichen des Kinder- und Jugendsports, der Jugendverbandsarbeit und des ehrenamtlichen Engagements ein. Ihre Schwerpunkte reichen von der Bewegungsförderung und der Stärkung der Sportvereine über Freiwilligendienste und internationale Jugendarbeit bis hin zu Inklusion, Kinderschutz und Jugendbeteiligung. Faßhauer, Giannaki, Götz und Kiesel sind unter 27 Jahre alt. Somit repräsentieren vier junge Menschen die Interessen der Jugend im Vorstand der Deutschen Sportjugend. Kiki Hasenpusch, die ebenfalls für ein Vorstandsamt kandidiert hatte, wurde nicht gewählt. Lena Müller und Luca Wernert sind im Wahlprozess von ihrer Kandidatur zurückgetreten. In Abstimmung mit dem neuen Vorstand wird Lena Müller ihre Expertise weiterhin eng abgestimmt dem neuen Vorstand zur Verfügung stellen.

Mit der Wahl des neuen Vorstands endet auch die Amtszeit mehrerer langjähriger Vorstandsmitglieder. Der bisherige dsj-Vorsitzende Stefan Raid trat nach 10 Jahren Vorstandstätigkeit nicht erneut an. Auch Benny Folkmann, der sich mehr als 26 Jahre im Vorstand der dsj engagiert und insbesondere die Demokratiearbeit im Sport geprägt hat, kandidierte nicht erneut. Ebenso stand Caro Giffhorn für eine weitere Amtszeit nicht zur Verfügung. Die dsj dankte allen dreien für ihr langjähriges Engagement und ihren Einsatz für die Interessen von Kindern und Jugendlichen im Sport und verabschiedete sie gebührend. 

Der Gesamtvorstand der dsj wird durch zwei hauptamtliche Vorstandsmitglieder ergänzt, die nicht von der Vollversammlung gewählt werden. Leon Ries, Vorstandsmitglied Geschäftsführung, und Natalie Deschauer, Vorstandsmitglied Finanzen, verantworten als Teil des Gesamtvorstandes die strategische und operative Weiterentwicklung der Deutschen Sportjugend. 

Die neue Wahlperiode fällt in eine Zeit, in der die gesellschaftliche Bedeutung des Kinder- und Jugendsports weiter gestärkt werden muss. Sportvereine bieten jungen Menschen Räume für Bewegung, Begegnung, persönliche Entwicklung und gesellschaftliche Teilhabe. Zugleich braucht es verlässliche Rahmenbedingungen, damit alle Kinder und Jugendlichen unabhängig von ihren individuellen Voraussetzungen Zugang zu Sport und Bewegung erhalten. Die dsj will sich deshalb auch künftig gegenüber Politik und Gesellschaft für die Interessen junger Menschen einsetzen, ihre Beteiligung stärken und die Zukunft des Kinder- und Jugendsports aktiv mitgestalten. 

Die Vollversammlung der Deutschen Sportjugend findet am 24. und 25. Oktober 2026 in Nürnberg in Kooperation mit der Bayerischen Sportjugend statt. Als oberstes Organ der dsj wählt sie den Vorstand und legt grundlegende Richtlinien für die Arbeit der Jugendorganisation im Deutschen Olympischen Sportbund fest.

Noch 1.000 Tage: Die Sportwelt freut sich auf Karlsruhe

Die World Games 2029 (TWG2029) finden vom 19. bis 29. Juli 2029 statt und bringen über 4.000 internationale Athlet*innen aus nicht-olympischen Sportarten und Disziplinen nach Karlsruhe und in die umliegende Region. Hier treten sie in 36 Sportarten, 62 Disziplinen und bei über 260 Medaillenwettbewerben gegeneinander an.

Mit der Enthüllung einer neuen, 3,5 Meter hohen Countdown-Uhr von Tissot direkt am Karlsruher Marktplatz wurde heute feierlich dieser Meilenstein gefeiert. IWGA-Präsidentin Anna Arzhanova, Dr. Frank Mentrup (Oberbürgermeister Karlsruhe & Präsident des Organisationskomitees TWG2029) und Theresa Schopper (Sportministerin Baden-Württemberg) drückten gemeinsam auf den Buzzer und starteten den Countdown. Die LED-Anzeige zeigt jetzt genau 1.000 Tage bis zum 19. Juli 2029. Dem Tag, an dem eine der größten Sportveranstaltungen der Welt mit rund 4.000 Sportler*innen aus mehr als 100 Ländern feierlichen Auftaktveranstaltung, 2029 im Karlsruher Wildparkstadion feierlich eröffnet wird.

Bei allen Gästen aus Politik und Sport war die Vorfreude auf eine der größten Multisportveranstaltungen der Welt spürbar. Mikaelle Assani, Deutsche Meisterin im Weitsprung und TWG2029 Ambassador, schwärmte davon, eine Atmosphäre wie bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris in ihrer Stadt zu haben: „Solche Veranstaltungen haben für mich etwas ganz Besonderes. So viele unterschiedliche Sportarten auf Weltklasse-Niveau zu erleben, und das auch noch in meiner Stadt, ist einmalig. Ich freue mich schon jetzt riesig auf 2029!“

Begeistert erzählten Lucie-Marie Kretzschmar (Silber im Beachhandball) und Mia Bitsch (Gold im Karate) von ihren Medaillen bei der letzten Ausgabe der The World Games. „Der Gewinn der Goldmedaille bei The World Games 2025 in Chengdu ist mein absolutes Karriere-Highlight. Ich kann es kaum erwarten, im Sommer 2029 hier vor heimischem Publikum alles dafür zu geben, den Titel zu verteidigen“, so die 22-jährige Karateka Mia Bitsch.

Gehirnerschütterung erkennen: Das können Trainer*innen tun

Sport ist gut für Körper, Geist und Seele, für soziale Kontakte und Engagement. Seine positiven Eigenschaften entfaltet der Sport, wenn er sicher und verletzungsfrei bleibt. Dennoch sind Verletzungen insbesondere in den Kontaktsportarten nicht immer vermeidbar.

Rund 44.000 Gehirnerschütterungen werden jährlich im organisierten Sport in Deutschland dokumentiert. Die Dunkelziffer liegt vermutlich höher. Dabei muss eine Gehirnerschütterung keineswegs mit einer Bewusstlosigkeit einhergehen. Mögliche Anzeichen sind beispielsweise Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Benommenheit sowie Konzentrations- oder Gedächtnisprobleme. Für Trainer*innen und Betreuer*innen im Sportverein bedeutet das: Nach einem Zusammenprall oder einer Kopfverletzung aufmerksam hinschauen und Beschwerden ernst nehmen.

K.E.K.S.: Vier Buchstaben, die beim Erkennen helfen

Mit dem K.E.K.S.-Test der ZNS-Stiftung lassen sich wichtige Symptombereiche einfach merken:

  • K wie Kopfschmerzen: Gibt es Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit?
  • E wie Empfindlichkeit: Ist die Person ungewöhnlich gereizt oder empfindlich gegenüber Licht und Geräuschen?
  • K wie Konzentration: Gibt es Probleme mit Konzentration oder Gedächtnis? Fühlt sich die Person benommen?
  • S wie Schlaf: Ist sie ungewöhnlich müde oder erschöpft oder hat sich der Schlaf verändert?

Besteht der Verdacht auf eine Gehirnerschütterung, sollte die Verletzung nicht bagatellisiert werden. Betroffene sollten aus dem Wettkampf oder der Trainings-Übung genommen und medizinisch untersucht werden. Auch wenn Beschwerden zunächst leicht erscheinen, ist Aufmerksamkeit gefragt. 

Alle Augen auf Sölden: Startschuss für die Wintersportsaison 2026/27

Unten im Hinteren Ötztal werden gerade noch die letzten Spuren des Spätsommers verwischt, doch auf dem Rettenbachgletscher, auf rund 3.040 Meter über Meereshöhe, ist alles angerichtet für das Spektakel, das auch in diesem Jahr wieder den globalen Sportwinter einläutet. Zum Auftakt des alpinen Ski-Weltcups gehen am Samstag (24. Oktober) in Sölden im österreichischen Bundesland Tirol die besten Frauen der Welt im Riesenslalom an den Start, tags darauf (jeweils 1. Durchgang 10 Uhr, 2. Durchgang 13 Uhr) folgen die Männer mit ihrem Riesentorlauf. Mittendrin die Asse des Deutschen Skiverbands (DSV), von denen sich in Lena Dürr und Fabian Gratz zwei im DOSB-Gespräch mit durchaus unterschiedlichen Ausrichtungen präsentieren.

Vergleichbar groß allerdings ist – um mit etwas einzusteigen, das die beiden verbindet – die Vorfreude auf das erste Startsignal. „Sölden ist ein extrem cooler Start für den alpinen Skisport. Wir bekommen hier Jahr für Jahr die Gelegenheit, die Wintersportsaison zu eröffnen, und darauf freue ich mich sehr, weil mir jedes Mal klar wird, wie herausgehoben dieser Termin ist“, sagt Fabian Gratz. Lena Dürr kann zwar nicht mehr ganz genau nachvollziehen, wie häufig sie schon in Sölden am Start war. „Aber es ist immer ein Highlight, dort dabei zu sein. Sölden hat einen sehr hohen Stellenwert für mich, zumal es quasi ein Heimrennen ist, denn kein Weltcup-Austragungsort liegt näher an meiner Heimat“, sagt die gebürtige Münchnerin.

Saisonvorbereitung in Argentinien und Neuseeland

Schon in der Vorbereitung auf die ersten Rennen der Saison 2026/27 sind Lena und Fabian allerdings unterschiedliche Wege gegangen. Während der 29-Jährige vom TSV Altenau mit dem deutschen Männerteam das Sommertraining wie gewohnt im Basiscamp in Argentinien absolvierte, war die 35-Jährige vom SV Germering auf eigene Faust in Neuseeland. Dort trainierte sie mit Lokalmatadorin Alice Robinson und anderen Weltklasseathletinnen wie jenen vom Team USA. „Das war ein sehr interessantes internationales Feld, das mir viele neue Impulse gegeben hat“, sagt sie. Nach drei Wochen Skipause, die sie für Athletik- und Ausdauertraining nutzte, gab es schließlich Ende September die Zusammenführung auf dem Pitztaler Gletscher, wo das gesamte deutsche Weltcupteam die unmittelbare Wettkampfvorbereitung absolvierte.

Der Auftakt in Sölden ist auch deshalb so besonders, weil er zeitlich dem Rest der Weltcupsaison deutlich vorgelagert ist. Das nächste Riesenslalomrennen steht erst fünf Wochen später in den USA – Frauen am 28. November in Killington, Männer am 29. November in Copper Mountain – im Kalender. „In Sölden habe ich sicherlich noch nicht ganz die Form, die ich für die Saison brauche und entwickeln werde. Aber ich finde es sehr gut, eine Standortbestimmung zu haben und danach zu wissen, wo ich mich noch umorientieren und verbessern kann. Die Zeit zwischen Sölden und den US-Rennen ist quasi wie eine zweite Vorbereitung“, sagt Fabian. Lena dagegen hat eher wenig Lust auf Experimente. „Ich habe mich in der Vorbereitung zunächst voll auf den Riesenslalom fokussiert und will schon am Wochenende in Topform sein“, sagt sie.

Internationaler Tag des Immateriellen Kulturerbes

Unsere Sportvereine sind einzigartig. In Deutschland gibt es rund 86.000 von ihnen. Rund zwei Millionen Mitglieder engagieren sich ehrenamtlich im Vereinssport, sei es als Trainer*in, im Vorstand oder in der Spielleitung. Weitere sechs Millionen Menschen engagieren sich freiwillig, helfen also kurzfristig mit, beispielsweise bei Vereinsfesten. Sportvereine schaffen soziale Räume, bieten eine Vielzahl von Lehr- und Lernmöglichkeiten und fördern das Gemeinwohl.

Im Jahr 2021 hat die Deutsche UNESCO-Kommission die „Gemeinwohlorientierte Sportvereinskultur” in das bundesweite Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Heute, am 17. Oktober 2026, wird dieses besondere kulturelle Gut am „Internationalen Tag des Immateriellen Kulturerbes“ nun zum zweiten Mal gefeiert.

„Wir müssen zeigen, dass unsere Arbeit einen konkreten Unterschied macht“

Sportvereine bringen Menschen zusammen: auf dem Platz, in der Halle und im Vereinsleben. Seit fast vier Jahrzehnten setzt das Bundesprogramm „Integration durch Sport“ genau dort an und unterstützt Strukturen, die Begegnung, Teilhabe und Vielfalt im Sport ermöglichen.

Mit der neuen Förderphase 2027–2029 beginnt nun die nächste Etappe. Welche Herausforderungen kommen auf das Programm und den organisierten Sport zu? Darüber und über seine Perspektiven für die kommenden Jahre haben wir mit Christian Bürkel gesprochen.

DOSB: Was macht „Integration durch Sport“ aus deiner Sicht auch nach fast vier Jahrzehnten Programmlaufzeit so relevant?

Christian Bürkel: Für mich liegt die Antwort vor allem darin, dass sich unsere Gesellschaft verändert – und Integration deshalb eine dauerhafte Aufgabe bleibt. Heute leben wir in einer vielfältigeren Einwanderungsgesellschaft, gleichzeitig ist die Debatte über Migration, Zugehörigkeit und Integration deutlich kontroverser geworden. Gerade in dieser Zeit sind Orte, an denen Menschen ganz selbstverständlich zusammenkommen, unglaublich wichtig. Und genau das kann Sport leisten. Im Verein begegnen sich Menschen als Mitspieler*innen, Trainer*innen, Vereinsmitglieder oder Ehrenamtliche. Man erlebt gemeinsam Erfolge, Niederlagen, Freude und manchmal auch Konflikte – und genau daraus entsteht Gemeinschaft. Ich habe in meiner bisherigen Arbeit immer wieder erlebt, dass Menschen über den Sport nicht nur einen Verein finden, sondern ein Stück Zugehörigkeit und manchmal sogar ein neues Zuhause. Das ist für mich die besondere gesellschaftliche Kraft von „Integration durch Sport“.