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23. Dezember: Carlitos in Tiwanaku: Wenn Hilfe erbeten wird

„Ganz schön dünne Luft hier“, krächzt Carlitos angestrengt in Tiwanaku, irgendwo im Westen Boliviens. Kein Wunder: Der Ort liegt auf 4.000 Meter Höhe, und die Luft wird dünner. „Fliegen fällt mir auch etwas schwerer, stimmt etwas nicht mit meinen Flügeln?“ wundert sich der junge Adler. Wer diese Höhe nicht gewöhnt ist, dem fallen auch kleine Anstrengungen schwer. Nur 15 Kilometer weiter beginnt der Titicacasee, der größte Süßwassersee Lateinamerikas.

Vor rund 3.500 Jahren (!) haben hier Menschen ihre ersten Siedlungen gebaut. Als in Europa Kaiser Karl der Große regierte, war die Kultur von Tiwanaku auf ihrem Höhepunkt. Auch Carlitos betrachtet staunend das „Sonnentor“ aus der Epoche um 800 n. Chr. Und die weitläufigen Tempelanlagen.

Heute besinnen sich die Menschen wieder auf diese alten Kulturen. Die meisten Einwohner sind Angehörige des Volkes der Aymara, sprechen auch ihre eigene Sprache und tragen spezielle Trachten. „Die sehen aber toll aus!“ staunt Carlitos. Auffällig sind vor allem die weiten und vielschichten Röcke der Frauen und der Bowler-ähnliche Hut, der Bombín.

Frauen und Männer aus der Pfarrei San Pedro haben sich, gemeinsam mit dem Gemeindepfarrer Efraín Limachi Huanca im Hof des Pfarrhauses aufgestellt, dazu ein kleiner Chor mit Sängerinnen und Instrumenten. Sie wollen den Gästen aus Deutschland einen Projektantrag übergeben; denn sie haben erfahren, dass es in Deutschland ein Hilfswerk gibt, dass ihnen dabei helfen könnte, auch in ihrem etwas abgelegenen Dorf eine Kapelle bauen zu können. Die Pfarrei San Pedro in Tiwanaku, berichtet Padre Efraín, zählt mehr als 30 Dörfer auf einer Fläche, die in Deutschland einem kleinen Bundesland gleichkäme. Für viele sei der Weg in die Pfarrkirche zu weit, daher besucht der Pfarrer regelmäßig die Dörfer und feiert dort den Gottesdienst mit den Menschen – manchmal auch im Freien. „Warm ist es hier auf 4.000 Meter Höhe nicht, eine Kapelle würde bestimmt vor allem im Winter helfen,“ hat Carlitos gelernt.

Die Vertreter des Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, die nach Tiwanaku gekommen sind, allen voran Adveniat-Bischof Franz-Josef Overbeck, beglückwünschen die Gemeinde für ihre Initiative und versprechen, den Antrag und die Pläne in der Adveniat-Geschäftsstelle in Deutschland aufmerksam zu prüfen. Das geschieht oft: 83 Anträge wurden allein im vergangenen Jahr vom Lateinamerika-Hilfswerk Adveniat für Bolivien bewilligt, das freut auch Carlitos sehr.

So können Sie helfen!
https://www.adveniat.de/helfen/online-spenden/

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