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19. Dezember: Carlitos in Potosí

„Cerro Rico“, der reiche Berg, so nennen die Menschen in Potosí den 4825 Meter hohen Berg in den bolivianischen Anden, in den jeden Tag Hunderte Männer hineingehen, um nach Silber zu graben. Einst galt Potosí als reichste Stadt der Welt. 50 Jahre nach der „Entdeckung“ der Silbervorkommen im 16. Jahrhundert durch die spanischen Eroberer, zählte die Stadt bereits 200.000 Einwohner.
„Kaum zu glauben - heute sind es nur noch 170.000 Menschen, die hier leben,“ meint Carlitos bestürzt. Und wer hier lebt, wird selten alt, denn die durchschnittliche Lebenserwartung der Männer, die in der Silbermine arbeiten, beträgt nur 45 Jahre. Der Job als Minenarbeiter ist gefährlich, das Dynamit für die Sprengarbeiten kaufen die Männer legal auf dem Markt von Potosí – das kann man sonst nirgendwo auf der Welt. Nur mit Hilfe der betäubenden Wirkung der Cocablätter schaffen es die Mineros, ihre Arbeit in den Schächten zu leisten.
Mit dem Niedergang des Silberpreises Ende des 20. Jahrhunderts ist der Reichtum verschwunden, geblieben sind Armut, der Berg und riesige Abraumhalden mit Gestein, das in früheren Generationen aus dem Berg gehauen wurde. Daraus wird jetzt, mit moderner Technik und unter Einsatz von viel Chemie, der Rest des Silbers, Zinn und seltene Minerale herausgeholt. „Das ist doch gefährlich für die Menschen und die Umwelt“, stellt der junge Adler fest.
Carlitos hat sich aufgemacht an die Ränder des Berges, es ist kalt, doch der eisige Wind scheint den Lamas nichts anzuhaben, die auf der trockenen Hochebene doch noch ein paar Gräser finden. Carlitos lässt sich erklären, dass die Reste des ausgespülten Gesteins von den Abraumhalden in große Auffangbecken, die „diques“ geleitet werden. „Das Zeug da drin sieht schon so ungesund aus, dass ich gar nicht darüber hinwegzufliegen möchte,“ stöhnt Carlitos. Obwohl der „Cerro Rico“ inzwischen zum Weltkulturerbe gehört und damit die Umweltschutzauflagen größer geworden sind, bezweifeln Fachleute, dass die Maßnahmen ausreichend sind. Immer noch ist das Grundwasser in Potosí nicht sauber genug, und viele Familien haben kein fließendes Wasser Zuhause.

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