Wir über uns

5. Dezember: Besuch bei den Rarámuri

Das Ziel von Carlitos langen Fahrten durch die Sierra Tarahumara, das mexikanische Hochland im Bundesstaat Chihuahua, ist das Dorf Cuiteco. In der Gegend rund um Cuiteco sprechen die Menschen nicht Spanisch sondern Rarámuri und pflegen ganz eigene Traditionen und Bräuche. Sie gehören dem indigenen Volk der Rarámuri an, das hier schon gelebt hat, bevor die Spanier das Land eroberten. „Indigene“ heißt so viel wie Ureinwohner – also Menschen, die seit jeher hier ansässig sind.

„In Cuiteco bin ich heute Gast einer Versammlung im Gemeindesaal. Hier treffen sich alle zwei Monate die gewählten Vertreter der umliegenden Dörfer, um aktuelle Themen zu besprechen. Dazu nehmen sie teilweise auch sehr weite Wege in Kauf. Eine Frau hat mir erzählt, sie sei neun Stunden zu Fuß hierhergelaufen. Wenn ich könnte, würde ich ihr ja gerne meine Flügel leihen. Luftlinie ist es gar nicht so weit“, meint Carlitos.
Was sie miteinander geredet haben, konnte Carlitos leider nicht verstehen, denn sie haben auf Rarámuri miteinander gesprochen. „Zum Glück war Padre Felipe bei mir, auf dessen Schoß ich da gerade sitze und der mir vieles übersetzt hat“, erklärt der Jungadler. In Cuiteco gibt es Probleme mit einem internationalen Unternehmen, das Gasleitungen verlegen will und den Einheimischen dafür Land abgekauft hat. So weit, so rechtens, möchte man meinen. Jedoch sind die Rarámuri wohl überhaupt nicht über die Konsequenzen aufgeklärt worden: Jetzt können sie weite Teile ihrer Felder nicht mehr bewirtschaften, von deren Erträgen sie leben. Das Unternehmen hätte sie vorher darüber informieren müssen. Jetzt suchen sie nach einer Möglichkeit, sich gemeinsam zu wehren.
Die Ordensfrauen und Priester, die in den umliegenden Dörfern arbeiten, sind heute auch alle dabei. Sie schreiben auf, was besprochen wird, beraten und vermitteln Rechtsbeistand. Carlitos erzählt: „So helfen sie den Indigenen dabei, sich Gehör zu verschaffen und ihre Rechte durchzusetzen. Aber was mindestens genauso wichtig ist: Durch ihre Anwesenheit in der Versammlung repräsentieren sie sichtbar die Präsenz Gottes unter den Rarámuri, haben sie mir erklärt“.

Wenn du Adveniat dabei helfen willst, den indigenen Völkern Lateinamerikas zur Seite zu stehen, dann spende für „Indigene“.

So können Sie helfen!
www.adveniat.de/helfen/online-spenden/

221 Carlitos im Gespraech m. ind Frau 2

209 in der Reunión

212 Carlitos hinter den indigenen Frauen