Stellungnahme des DJK Bundesjugendleiters zum Thema: Olympische Jugendspiele

Was in aller Welt hat das IOC mit seinem Präsidenten Jacques Rogge „geritten“ eine solche Veranstaltung aus dem Boden zu stampfen. Pures Interesse am Sport der Jugend kann es wohl nicht sein und eine Förderungsmöglichkeit der „Jugend der Welt“ wohl auch nicht. Es müssen schon vor allem wirtschaftliche Interessen dahinter stecken, wenn man ohne mit der Wimper zu zucken 30 Millionen Dollar an IOC Geldern ausgibt.
Das Wohl der Jugend kann er nach meiner Meinung gar nicht im Auge haben, denn sonst hätte er nie und nimmer für eine Altersgruppe von 14 bis 18 Jahren eine solche Veranstaltung ins Leben gerufen.

Bleiben wir bei der Diskussion doch nur einmal in Deutschland und hinterfragen die Situation unserer Jugendlichen hier. Sie haben doch in unserer heutigen Zeit genügend Belastungen zu tragen. Schaut man sich den Alltag eines Jugendlichen in dieser Altersgruppe  an, bleibt von so einem Tag nach Schulbesuch, Essen, Hausaufgaben, Freizeit und Schlafen nicht mehr viel Zeit über. Viele Schüler haben mittlerweile einen längeren „Arbeitstag“ als mancher Arbeitnehmer.
Welche Jugendlichen will Jacques Rogge eigentlich erreichen? Sind nur die elitären Jugendlichen gemeint, die sich von alltäglichen Aufgaben befreien lassen können und dann sich dem Druck der Vorbereitung auf die olympischen Jugendspiele stellen können?
Interessant wäre auch herauszufinden, wer denn die Jugendlichen finanzieren soll, wo wir doch weltweit kaum große Sponsoren für den Sport mit Jugendlichen haben. Abgesehen davon würde das Sponsoring bei der Vorbereitung der Jugendlichen gar nicht greifen.
Als Bundesjugendleiter der DJK Sportjugend lehne ich solche Veranstaltung konsequent ab, da die Jugend, noch mehr als heute bereits, unter Erfolgsdruck gesetzt wird und die falsche Denkweise „nur die eigene Leistung zählt“ explizit unterstützt wird.
Das IOC sollte lieber ein Augenmerk darauf werfen, in welcher Art und Weise in ihren nationalen Verbänden Jugendförderung geschieht und diese Arbeit in den Ländern dieser Welt begleitend unterstützen.

Damit wäre sicherlich „der Jugend der Welt“ mehr geholfen. 

Thomas Lamm
(Bundesjugendleiter der DJK Sportjugend)