Bleiben wir bei der Diskussion
doch nur einmal in Deutschland und hinterfragen die Situation unserer
Jugendlichen hier. Sie haben doch in unserer heutigen Zeit genügend Belastungen
zu tragen. Schaut man sich den Alltag eines Jugendlichen in dieser Altersgruppe
an, bleibt von so einem Tag nach Schulbesuch, Essen, Hausaufgaben, Freizeit und
Schlafen nicht mehr viel Zeit über. Viele Schüler haben mittlerweile einen
längeren „Arbeitstag“ als mancher Arbeitnehmer.
Welche Jugendlichen will Jacques Rogge eigentlich erreichen? Sind nur die
elitären Jugendlichen gemeint, die sich von alltäglichen Aufgaben befreien
lassen können und dann sich dem Druck der Vorbereitung auf die olympischen
Jugendspiele stellen können?
Interessant wäre auch herauszufinden, wer denn die Jugendlichen finanzieren
soll, wo wir doch weltweit kaum große Sponsoren für den Sport mit Jugendlichen
haben. Abgesehen davon würde das Sponsoring bei der Vorbereitung der
Jugendlichen gar nicht greifen.
Als Bundesjugendleiter der DJK Sportjugend lehne ich solche Veranstaltung
konsequent ab, da die Jugend, noch mehr als heute bereits, unter Erfolgsdruck
gesetzt wird und die falsche Denkweise „nur die eigene Leistung zählt“ explizit
unterstützt wird.
Das IOC sollte lieber ein Augenmerk darauf werfen, in welcher Art und Weise in
ihren nationalen Verbänden Jugendförderung geschieht und diese Arbeit in den
Ländern dieser Welt begleitend unterstützen.
Damit wäre sicherlich „der Jugend der Welt“ mehr geholfen.
Thomas Lamm
(Bundesjugendleiter der DJK Sportjugend)